Was ist das Arschometer?

Also – wissenschaftlich belegen kann ich das auch nicht – ich weiß nur, ich habe eins!

Mein Arschometer hat sich entwickelt, nachdem ich die ersten unschönen Schäden an der SR nach Hause gebracht habe. So nach und nach… Früher bin ich einfach gefahren, und wunderte mich dann, warum ich weiterfahren wollte, doch das geliebte Vehikel aus irgend einem Grund stehenblieb, nicht mehr ansprang oder plötzlich das eine oder andere Teil lustig purzelnd über den Asphalt hüpfte.

Natürlich ist man schnell dabei, Vorurteile zu entwickeln. Pfusch beim Schrauben, Verschleißerscheinungen, die einfache „Panne“ am Wegesrand kann ja mal vorkommen… Aber warum immer aus heiterem Himmel?

Weit gefehlt, lieber Leser! Da kommt meist nichts aus heiterem Himmel. Ich war irgendwann in der Lage – schon vor dem häßlichen Aufschlag diverser Teile auf dem Asphalt- zu erkennen, das scheinbar spontan etwas an der SR beschlossen hatte, sich zu lösen und hinfort zu flattern. An einem lauschigen Abend (ich glaube, es war bei einigen Minusgraden an der Feuertonne) sprach ich mit der damaligen Garagennachbarin über diese Entwicklung meines 499. Sinns. Sie, Liebhaberin alter Opel-4-Radfahrzeuge, sagte den Satz, der mich ins Grübeln brachte: Das sind alte Fahrzeuge mit Charakter. Die gehen nicht einfach kaputt, die kündigen das an! AAAAAAAAAAHHHAAAAAAAAAA!

Höre auf Dein Mopped – es sagt Dir was es braucht? Das sind doch Maschinen!!! Nun ja, genau betrachtet, kommt das aber schon hin. Ölmangel äußert sie mit schweren Schalten, akuten Ölverlust mit richtigem Getöse. Wenn die Vibrationen den Tank als Schallkörper nehmen, ist das mit Sicherheit Durst! Der Tank ist leer, vibriert um so stärker und macht richtig Rabatz. Meldet das Arschometer fehlerhafte Schwingungen vom Heck, ist der angenehmste Verlust, den man dann haben kann, der mangelnde Luftdruck auf dem Hinterreifen. Im dümmsten Fall kann das auch mal die Mutti der Schwingenachse sein, die beschlossen hat, Ihre Freiheit auf der Stadtautobahn zu suchen… All das meldet mein Arschometer seit einigen Jahren sehr zuverlässig. Auch wenn ich nicht immer mit Gewissheit sagen kann, was nicht stimmt, hilft es schon manchmal zu wissen, dass etwas nicht stimmt. Auch wenn ich nicht pannenfrei geworden bin, schaffe ich es doch, ohne größere Schäden anzurichten, meist bis zum Garagenhof.

Der aufmerksame Leser mag sich fragen: Warum heißt das jetzt Arschometer? Wo doch Aug und Ohr auch Ihren Dienst dazu tun? Na ganz einfach: AUGOMETER? OHROMETER? AUGOHROMETER? Hört sich doch dämlich an. Und das ARSCHOMETER in der Überschrift beschert diesem Artikel bestimmt einige Leser mehr ;o)

Ich wünsche allen Lesern allzeit pannenfreie Freude am Vehikel!

Eure Melli

Geschrieben von Melanie Kalnbach

2 Kommentare

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Mario Klawitter

Hallo Ihr coolen Eintöpfer!
Besitze auch eine Bj.94 48T.Leider komme ich mit der Bedienung der Hebel (Bremse und Kupplung) kraftmässig
nich mehr so klar. Fahre mein „Mädchen“ jetzt schon 15 Jahre und möchte mich nicht trennen da sie immer noch gut läuft.
Suche einstellbare Bedienhebel für die SR! Yamaha-Mücke sagt sowas gibt’s nich. Habt Ihr einen Tipp für mich?
Ich grüsse alle Eintopftreter u.fahrt immer umsichtig.
Gruss Mario.

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Thomas

Hallo Mario,

das Problem ist mir bekannt, hatte das auch schon, je nach Gesundheit und Wetterlage.

Ob es eine technische Lösung gibt, weiß ich auch nicht, evtl. weiß jemand das im SR500 Forum. Ansonsten ist die beste Lösung immer nagelneue Bowdenzüge (Ölen bringt wenig) und alle anderen Teile im Brems- und Kupplungssystem im Top-Zustand halten.

Gruß Thomas

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