Melli

Seit 1992 bin ich mit dem Eintopf-Virus infizert. Melli2Ich kam ohne Ahnung von Motorrädern zufällig zum 1er Führerschein. Mein Roller war ständig kaputt und meine Freundin arbeitete in einer Fahrschule – wie praktisch… Kurz vor der Prüfung kam die Frage auf: Sag‘ mal, was willst Du eigentlich fahren, wenn Du fertig bist? Uuuuuups – da war ja noch was. Also, jedenfalls nicht sowas wie in der Fahrschule (Suzuki GS500 E). Irgendwann schrammelte etwas Hübsches vorbei, SOWAS WILL ICH!!!

Ernüchternde Worte der Herren aus meinem Umkreis: Das ist ’ne XT, die kannst DU nicht fahren. Du bist zu klein, man muß die antreten!

RIIIIICHTIIIIIG! Mann mußte sie mir Ewigkeiten antreten, bis ich endlich begriffen habe, das es NICHTS mit Kraft zu tun hat. Neun Jahre ohne Ahnung, und Sommer wie Winter gefahren, war die XT endgültig hinüber. Wir hatten keine Garage, keine Werkstatt, nur den Bürgersteig vorm Haus. Nach endlosen, schlaflosen Nächten habe ich mich entschlossen, sie in Schrauberhände zu verkaufen … und der glückliche Käufer vermittelte mir auch gleich eine fahrbare SR – wieder Entsetzen in meinem männlichen Umfeld, die in der Zwischenzeit auch schon „den Lappen“ gemacht hatten.

Also, neues Mopped, neues Glück, bei dieser sollte alles anders werden. Also, ran an’s Internet, www.sr500.de und das damals gut besuchte Forum gefunden. Der Einstieg war gemacht. Die damalige Fangemeinde beantwortete mit Engelsgeduld auch die dämlichsten meiner Fragen und es fanden sich gleichgesinnte Berliner. Es dauerte nicht lange, da hatten die beiden Herren, die erst gegen den Eintopf gewettert hatten, selbst jeder einen – und haben sie heute noch. Durch Zufall bekamen wir über einen lieben Tipp eine Garage auf dem Hof, auf dem wir uns auch heute noch tummeln. Nach einem strengen Winter zu viert in einer kleinen Garage wollte ich meine eigene haben und bekam sie auch. Die „Ponderosa“ – sie heißt so, weil ein kleiner Fehlgriff beim Abtönen der Wandfarbe eine ECHTE Frauengarage daraus machte. Kurz und gut, die Männer, mit denen ich das Hobby teilte, waren irgenwann weg. Die Garage und SR blieben. Leider blieb auch mein Pech – denn, wenn irgendwo wirklich dämliche Schäden an der SR auftauchen – dann bestimmt bei meiner. Aber ich habe mich daran gewöhnt.

Vielleicht liegt das daran, das ich einen Mann geheiratet habe, der seit der ersten Begegnung mit meinem Mopped Freud und Leid tapfer teilt und schraubt, was das Zeug hält, wenn ich wieder mal zu doof dazu bin, oder samstags arbeiten muß.

Melli3Und was mach‘ ich bei den Eintopftretern so?  Na, alles was so anfällt und was ich kann: Schreiben, telefonieren, organisieren und ein bißchen Hausmeisterei auf dem Garagenhof – also, fegen, räumen, meckern etc. ;o)).

Dummerweise habe ich auch noch einen Vollzeitjob, so das Freizeit immer knapp bemessen ist. Deshalb freue ich mich ganz dolle, wenn sich samstags auf dem Garagenhof tatkräftige Hände finden, die helfen – was aber meistens nur zwischen April und Oktober der Fall ist. So bleiben auch bei mir einige Baustellen liegen.

Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf – irgendwann werde ich Zeit und Geld für 4 Motorräder haben, der Traum: Sommer-SR, Winter-SR, XT und Gespann… ich bin jung … ich kann warten …

Geschrieben von Adminstrator

2 Kommentare

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Sandra Morgenstern

guter Beitrag!!!… gefällt mir! Es geht mir ähnlich 🙂 1. Moped XT … 2. SR. Fährt du jetzt Deine SR500?
Beste Grüße
Sandra

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Stephan Lache

Hallo, sehr schön. Ich wohne ganz in der Nähe von Brück. Da wo das Foto entstand. Den Laden gibt es so nicht mehr. Na muss mal schauen, dass ich es endlich mal wieder zum Stammtisch schaffe.
Bis dann
Grüße von Stephan

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